wer sich erinnern kann, ist nicht da gewesen

von monomoni

laut dieser partyphilosophie muss man sich nur eine pulle vodka reinstellen und kann auf eine legendäre partynacht hoffen. doch im gegenteil: wer sich diese philosophie zu eigen macht, kommt niemals aus den puschen und rein in den wald – und somit auch nicht aufs 3000grad festival, welches vielen begeisterten festivalgängern das vorletzte wochenende derbe versüßt hat.

nachdem das 3000grad im letzten jahr abgesagt wurde, durfte man sich dieses jahr von einer location in feldberg (meckpomm) verzaubern lassen.
zwischen wald, wiese und see schallte die musik aus einer kiesgrube und zog der letzten nachteule definitiv die pantoffeln aus. die 3000grad crew hat mächtig gute arbeit geleistet und keine mühen gescheut ein 3-tägiges, intimes musiklager zu inszenieren. dabei waren die acts musikalisch hochwertig und das programm zu schön um wahr zu sein.

nach einer holprigen anreise per shuttlebus verwunderte zunächst die größe des festivals die gestandenen fusionisten: überschaubarkeit. nach dem aufbau des lagers stellte man fest wie klein das gelände, die bühnen und der einzige duschwagen doch waren. und genau hier zeigte das 3000grad seine stärke. die festivalbesucher erwartete eine persönliche atmosphäre und ein direkter kontakt zu den anderen leuten. ausgestattet mit partytoys, ausgefallenen kostümen und einer menge harmoniebedürftigkeit begegneten sich die feierleute immer wieder gegenseitig im getümmel. zeltnachbarn wurden zu tanzpartnern, man traf alte und neue bekannte, nahm sich im beatrausch vor für immer befreundet zu sein. diese familiäre gesamteindruck prägte die weiteren tage.

gab es zur überraschung von clubgängern a la berghain in der ersten nacht tatsächlich eine musikalische pause, wurde in der nacht zum sonntag im morgengrauen heftig weitergefeiert. von den indoorlocations für elektro und drum ’n‘ bass (lackbude sowie cosmorama) ausgehend, konnte man zwischen der outdoor-waldbühne und dem traumhaften ‚utopia‘ wählen. the glitz, mollono.bass, madmotormiquel, kollektiv ost oder kombinat100 waren nur ein paar highlights der schönen klänge.

überhaupt war das angebot vielfältig: diverse musikstile, theaterperfomances, lichtshows, artisten und künstler schmückten das programm. ein rummelplatz sorgte zudem für unterhaltung sowie aussichtsplätze in aufgebockten autos. wer beim anblick von soviel natur jagen wollte, bekam neben veganen und vegetarischen köstlichkeiten currywurst und steak.


auch die entspannten leute unter den feierbirnen kamen auf ihre kosten: die 3000grad-crew hatte am rande der bühnen lauschige plätze aufwendig dekoriert und hergerichtet. der ausgebrannte städter konnte also ideal bei sanften elektronischen klängen den sonnenaufgang genießen.

nach all diesen fantastischen möglichkeiten ließen es sich nur wenige nehmen das ende des festivals mit käptn peng & die tentakel von delphi zu zelebrieren.
zuviel herzblut steckt im 3000grad, um die neu gewonnene familie gleich wieder verlassen zu wollen. die crew kann sich deshalb sicher sein: wir sind nächstes jahr wieder am start.
text und fotos von mono moni, danke.

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