home from home – basel calling

von Rudolph Beuys

wenn es in berlin anfaengt zu graupeln und ungemuetlich wird, verziehe ich mich an den am weitesten von berlin entfernten ort deutschlands. in das dreilaendereck bei basel.
angeblich ist es die deutsche toskana, mit den meisten sonnenstunden und sowas.

ende oktober habe ich dort in laendlicher idylle zwischen weinbergen und rhein zwei wochenenden verlebt. aber ganz ohne techno geht das natuerlich auch nicht…

daher bin ich ins 15 minuten entfernte basel geradelt und hab an beiden freitagen mir etwas berlin-flair gegoennt.

gluecklicherweise fand im NORDSTERN eine OstGutTon nacht statt.

der Nordstern ist eine von vorne bis hinten sehr gute durchdachte location. man merkt ihm seine bereits 14 jahre andauernde geschichte schon an.

begonnen hat man als kunestler und kultur-staette mit ateliers und studios. das aus diesem schmelztiegel sich schnell etwas in richtung galerie und club entwickeln wuerde war klar.
2010 wurde die ehemalige ‚Stromverteilzentrale fürs Quartier‘ komplett renoviert/umgebaut. den industriellen charme versprueht es aber noch immer.

der eingang zum nordstern liegt auf der von der strasse abgewendeten seite, so dass man nicht wirklich sieht wer und wie lange da ansteht.

ich war relativ frueh vor ort, kurz nach mitternacht. der club war schon ziemlich gut gefuellt und die residents waren noch zu werke. als dann RYAN ELLIOTT uebernahm war es schon recht voll. die party lief von anfang an, durch die architektur des raumes wird man auch sofort in richtung kanzel gelenkt und die ringfoermig angebrachten boxen (innerer und aeusserer) sorgen fuer einen hevorragenden sound egal wo man sich befindet. erst spaeter ist mir die dezente kleine bar aufgefallen. die sich in einer nische versteckt hatte.

das publikum war von anfang an aufgeschlossen und aeusserst divers, von posch, bis prollig, zu zerfeiert und hip, war quasi alles was man aus diversen berliner clubs an klientel kennt, vertreten. in basel ist die szene nun mal nicht so gross, dass man sich die clubs aussuchen kann. gefeiert wird aber ohne konflikte und bloedes glotzen.

ich hab dann nach 4h durchtanzen waehrend marcel fenglers set den heimweg angetreten, war fuer mich der hoehepunkt des abends. und wenns am schoensten ist, soll man bekanntlich aufhoeren.

was so ziemlich allen baseler clubs gemein ist, ist das hohe eintrittsgeld, das einen ersteinmal etwas abschreckt. die preise an der bar und garderobe sind aber human.

in der darauffolgenden woche hat es mich wieder am freitagabend nach basel gelockt.
die HINTERHOF bar hatte das label GIEGLING eingeladen.

beim einreihen in die schlange viel mir gleich das deutlich juengere und hippere publikum auf. der ganze club wirkt von aussen eher wie die fiese remiese oder dem kater. beim blick auf die flyer und poster im laden, fielen dann auch gleich die katermukke nights ins auge, und ein eher tech-house lastigeres booking. von innen kann man den laden eher mit den ritter butzke vergleichen.
auch hier bemerkte ich gleich die aeusserst gut umgesetzte anpassung auf die infrastruktur im club. (der hinterhof kulturverein hat sich bereits 2002 gegruendet und mit diversen projekten sttig an erfahrung gewonnen. )

zu beginn wurde die tanzflaeche noch durch einen schwarzen großen raumteiler verkleinert. ich war wieder relativer frueh (also fuer berliner verhaeltnisse) vor ort, und der club war schon gut am tanzen. am auflegen waren DUSTIN, der mit dem typischen giegling trademark sound aufwartete. das publikum das wohl sonst sascha braemer und konsorten gewoehnt war, lies sich davon aber nicht beirren und fand sehr schnell in den groove.

die stimmung war sehr ausgelassen und trotzdessen die security staendig im raum war und dort umherschlich, tat es ihr keinen abbruch. dazu muss man sagen, dass mir im nordstern bis auf den tuerstehern, keinerlei ordnungskraefte aufgefallen sind. im hinterhof war das anders.

highlight des abends war definitiv das liveset von ATEQ, der auf besonderen wunsch des veranstalters zum ersten mal seit einem jahr wieder live spielte. die aufregung war ihm natuerlich anzusehen, und er selbst schaetzt halt lieber die flexibilitaet eines dj-sets. nichtsdestotrotz schien er sichtlich spass zu haben, und entgegen seiner frueheren auch eher ambientoes wirkenden sets, hat ihm die pause von einem jahr geholfen, auch in seinen live-sets staerker nach vorne zu gehen. statt eines bruchs, einer pause, vom regulaeren dj-ablauf, wirkte es viel mehr wie einer bereicherung und wurde tanzend und kreischend gefeiert.

zum closing von KONSTANTIN musste ich dann leider los.
hatte mich dann aber zwei tage spaeter am flughafen sehr darueber gefreut, die drei wieder zu treffen.

ab naechste woche dienstag bin ich wieder im dreilaendereck, und ich freue mich schon außerordentlich am 27.12. in den nordstern zu NINA KRAVIZ zu gehen.

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