Posts tagged ‘niels frahm’

06/01/2013

Raver Rave recommends: random treats.

von raver_rave

Lieber Nils, ich komme dir ein anderes Mal zuhören, wenn du nicht mit der Arcade Fire Geigerin unterwegs bist. Das war mir zu eng. Ich dachte ich nutze mal die entstandene Zeit für ein stichpunktartiges Raver Rave Recommends.

Als erstes einen Track, den ich schon lange hier posten wollte. Mano Le Toughs Boiler Room-Set hat mich daran erinnert: einen House-Edit von Steve Reichs Marimba-Experimenten (siehe unten) von dem Schweden HNNY (siehe Honig). Der hat in den letzten Jahren mit seinen Homies auf dem Label Local Talk jede Menge Retrohouse auf Vinyl released. Wer sich die physisch anhören will, Oye Records in der Oderberger hat ein ganzes Local Talk Fach. Sehr zu empfehlen.

Der Vollständigkeit halber, hier noch das Original:

Das Boiler Room-Set von DJ EZ wurde ja bereits durch die Blogs gereicht. Wer es noch nicht gesehen hat, sollte das dringend nachholen. Alles daran ist im besten Sinne oldschool: der Typ kann mixen wie nichts, haut einen Hit nach den anderen raus und kriegt dafür Eimer voller Liebe von den anwesenden Tänzern. Ich bin mir sicher die haben sich diesen Abend alle im Kalender angestrichen.

Dann habe ich bei der Hype Machine die neue Fast Forward Funktion ausprobiert. Das Prinzip von Hypem ist ja im Prinzip Musikblogs nach neuer Musik zu durchforsten. Die Fast-Forward-Funktion macht das Gleiche nur wie ein Teenager auf Speed. Dass die Hypemaschine da höchst selektiv vorgeht, versteht sich von selbst. Man lernt zwar in kurzer Zeit viel kennen aber wenn einem mal was gefällt, kommt der Skip bevor man sich sattgehört hat. Bisschen holprig. Seisdrum, ich schütte mal die Beute aus.

Gibt’s schon ’ne Weile auf Platte: der Four Tet Remix von Ultraista – ein Projekt von Nigel Godrich, dem Radiohead-Produzenten.

Wieder Ultraista: der Remix von Maribou State aus England.

Die neue Single von Missy Azealia Banks: Bad Bitches Do It.

Das war’s dann auch schon. Und zum Schluss noch einen random Moody-Track.

Einfach, weil Sonntag ist.

21/12/2012

Raver Rave recommends: Schneerausch reloaded.

von raver_rave

Der Protagonist der vorletzten Ausgabe von ‚Raver Rave recommends‘ war ja der Pianist Niels Frahm. Der Artikel hat viele positive Reaktionen hervorgerufen und auch Niels Frahm schien es mit seinem kostenlosen Selbsttherapiealbum SCREWS so zu gehen – eine gebrochener Daumen ist für einen Pianisten wohl wie Weihnachten und Weltuntergang auf einmal. Er hat von vielen begeisterten Hörern eigene Interpretationen zugeschickt bekommen: Remixe, Edits und auch visuelle Interpretationen, die die Schrauben von Frahm locker gemacht haben oder fester drehen wollten. Die Fülle des Materials nahm und nimmt immer weiter zu, so sehr, dass er eine eigene work-in-progress Internetseite eingerichtet hat auf der man seine Interpretationen hochladen kann. Das Ergebnis ist SCREWS reworked. Weihnachten soll ja weiß werden und wie im sonntäglichen Schneerausch vor zwei Wochen ist Niels Frahm der perfekte Soundtrack zum Klang der schneebedeckten Stadt. Reinhören!

Edit:

Der Frahm hat heute noch einen nachgelegt: http://official.durtonstudio.com/nils_frahm%60s_music_for_the_end_of_the_world.zip

09/12/2012

Raver Rave recommends: Schneerausch

von raver_rave

Ein Sonntag im Schneesturm scheint mir besonders geeignet zu sein eine Musikempfehlung jenseits von Bass beladenen Beats auszusprechen. Dem klassisch ausgebildeten Pianisten Niels Frahm liegt diese naturromantische Assoziation ebenfalls nicht fern wie sein Album „Wintersturm“ bezeugt. Aber auch jenseits der kalten Jahreszeit ist sein Sound so sanft wie der Klang der schneebedeckten Stadt. Der oben verlinkte Auftritt beim niederländischen Incubate Festival zeigt zwar auch, dass eine große Bühne ihn zur großen Geste verleiten kann und, dass Frahm eigentlich auch längst kein Geheimtipp mehr ist. Ebenso wie ein sehr zu empfehlender Auftritt bei La Blogotheque (Video) und ein ARTE-Feature. Seine Aufnahmen hingegen sind sehr intim. Frahm hebt sich dadurch meiner Meinung nach von anderen Protagonisten dessen, was in Musikzeitschriften „Modern Classical“ genannt wird, hervor (wie Dustin O’Halloran, sein Nebenprojekt A Winged Victory for the Sullen, oder Max Richter). Kleine Fehler, Atem, das Knacken der Tasten – alles das gehört zum Stück dazu. Beim Hören seiner Musik, wie seinem letzten (kostenlosen!) Album SCREWS, fühlt man sich fast als Voyeur und schuldig die Einsamkeit des Pianisten zu stören, der das Mini-Album aufnahm um die Heilung seines gebrochenen Daumens zu zelebrieren. Kaum auszudenken, was uns für Stücke erwarten, wenn Frahm aus Trauer ein Album aufnimmt…